schwanger und bald Prozess

  • Hi


    Es fällt mir nicht so leicht hier was zu fragen. Mein Leben ist ziemlich krass verlaufen bisher. Und jetzt hab ich ein großes Problem und eine wichtige Frage dazu.


    Okay...ich bin achtzehn Jahre alt. Und muss mal ganz kurz bisschen von mir erzählen. Bin 2002 geboren. Zwei Jahre nach mir kam meine Schwester auf die Welt. Meine Mutter hat sich 2006 umgebracht. Mein Vater hat da dann richtig zu saufen angefangen und es dann an mir ausgelassen. Echt viel Gewalt und so. Meine Schwester kam ins Heim. Die lebt heute bei einer neuen Familie. Ich bin noch bei meinem Vater geblieben bis ich dann wegen der Gewalt auch ins Heim gekommen bin. Das war 2012. Mein Vater ist 2015 dann gestorben. Zuviel Alk.

    Für mich gabs keine neue Familie und im Heim war viel Stress. Bin häufig gewechselt. Und habe auch viel Mist gebaut. Ich war sicher ein absolutes Scheisskind, keine Frage. Ab vierzehn sehr oft Stress gehabt mit dem Gericht. Schwere Körperverletzung. Jugendarrest. Bewährungsstrafe. Ich hatte das verdient...was ich da gemacht hab, war falsch. In den Moment als ich es gemacht hab konnt ich das nicht so sehen. Aber später schon. Die Zeit dort dann abgesessen. Dann wieder so ein spezielles Heim. Immer gleich und nie daheim und immer fremd. Und nirgens gepasst.

    Schule lief immer mies. Ich hab bis heute leider keinen Abschluss. Oft wars nicht so schlimm mit dem was man lernen soll, aber mit Lehrern gabs oft Stress. Schule und ich geht nicht gut. Ist so. Ich bin da vermutlich auch zu blöd dafür und meine Nerven sind zu schlecht. Kurz vor meinem achtzehnten bin ich dann aus dem Heim raus.Hat auch nicht so gepasst. Nun hab ich ne kleine Wohnung vom Jugendamt für mich...ganz cool eigentlich und bin in nem Kurs für Vorbereitung auf den erweiterten Hauptschulabschluss. Wegen Corona geht da aber im Moment so gut wie nichts weiter. Und der Kurs bringt mir auch nix weil ich den Abschluss ja sowieso nicht schaffe. Ich jobbe noch. Aber auch da geht wegen Corona nicht mehr viel. Trotzdem hab ich seit dem Jugendknast versucht...ruhiger zu werden. Nicht mehr so viel Scheisse zu machen. Bisschen nachdenken vorher. Das ging auch länger eher gut. Bis kurz nach meinem achtzehnten.


    Jetzt das Problem. Ich habe Ende Februar einen Prozess. Wenn es da normal läuft und so muss ich damit rechnen, dass ich einfahre. Ich bin wegen zweifacher schwerer Körperverletzung angezeigt und was die mir vorwerfen, stimmt auch. Ich hab das getan. Ich hab es zu heftig getan. Ich hab das nicht grundlos gemacht. Ich wurde übelst provoziert....mein Vater wurde beleidigt...meine Familie...das konnte ich nicht so einfach mit mir machen lassen. Ich hab mehrmals gesagt, hör auf...sie hat weiter gemacht. Und ihr Typ dann auch. Und dann hab mich mich gewehrt. Das war eine, die sich mal Freundin genannt hat. Dann hab ich rot gesehen. Man kann doch nicht zuhören und nix machen, wenn die Familie beleidigt wird. Da muss man doch was machen. Sich wehren. Ehre vom Vater wider herstellen. Aber es war zu heftig. Ich kann mich nicht bremsen manchmal. Und ich glaub eben dieses Mal lande ich bei den Erwachsenen. Jetzt mit achtzehn.


    Okay...jetzt denken vielleicht die die es lesen. Was jammert die. Was will die Assoziale. Ich hab das gemacht. Ich muss dazu stehen. Das mach ich auch. Deswegen würd ich nicht jammern. Das Problem ist aber: Ich bin schwanger. Und weiß das selbst seit genau vier Tagen. Es weiß noch keiner.

    Das ändert natürlich alles. Hab sofort aufgehört zu rauchen. Geht sogar ohne. Ich würd dem Kind nie schaden wollen. Ich hab doch jetzt ne fucking Verantwortung. Ich trinke keinen Alk. Noch nie. Werd ich auch nie. Ich hab gesehen was das Zeug aus meinem Vater gemacht hat. Und anderes Zeug nehm ich jetzt auch nicht mehr. Meine Droge ist eher Sport.

    Meine Frage ist....naja...wie geht das jetzt, wenn ich einfahre. Ich finde das schrecklich...wenn ein Kind im Knast geboren wird. Und wenn doch...wie geht’s dann weiter? Nehmen die mir das Kind weg? Das wär Horror. Wie genau läuft sowas ab? Oder kann ich da irgendwie ne Verzögerung kriegen? Bis das Kind da ist und dann einfahren? Aber mit Kind geht das ja nicht und soll ja auch nicht. Knast ist kein Umgang für ein Baby. Bisher kann ich sagen...okay mein verficktes Leben...scheiss drauf...aber jetzt wenn da ein Kind kommt...da geht das nicht mehr. Da hab ich ne Verantwortung. Und ich weiß echt noch was ich mit gemacht hab daheim. Das soll mein Kind nicht erleben. Niemals! Und auch kein Heim! Keine Scheiß Erzieher. Keine Scheiß Gewalt.

    Wie kann ich verhindern das die mir das Kind wegnehmen?


    Viel geschrieben...sorry...ich laber sonst nicht so viel...und sorry, wenn viele Fehler drin ist. Ich bin in Deutschland geboren aber Deutsch ist nicht meine Muttersprache. Ich kann mich nicht gut ausdrückenWeiss ich selbst. Aber für mein Kind würd ich alles versuchen. Und ruhiger werden.

    Falls jemand was weiss und Bock hat meine Fragen zu lesen und was zu schreiben. Danke schonmal! Ich frag lieber hier als bei Betreuern am Amt...mich stresst das mit dem Amt...ich will lieber alles alleine schaffen. Aber wenn eine was weiss dann danke für ne Antwort und fürs Lesen.

  • Hallo Tam.


    Das ist wirklich eine verdammt schwierige Situation für dich gerade. Ich habe eben mal herumgegoogelt und es gibt wohl einige Mutter-Kind-Programme für inhaftierte Schwangere, allerdings nicht in allen Bundesländern. Vielleicht ist das ja trotzdem eine Option für dich?


    Hast du bereits einen Anwalt, mit dem du abklären kannst, welche Möglichkeiten es gibt? Und wie allgemein deine Chancen bei dem Prozess stehen (Jugendstrafrecht, mildernde Umstände, Bewährung, etc.)?


    Wie stehst du zum Vater des Kindes? Kann er eine Unterstützung für dich sein?

  • Hei Tam


    Ich kann dir zwar deine Fragen nicht beantworten, was geschieht, wenn du verurteilt wirst und dein Kind im Gefängnis zur Welt bringen müsstest bzw inwiefern eine Schwangerschaft da etwas ändern würde.

    Ich weiss auch nicht, welche Strafe dir droht.


    Aber eines mal vorweg: Ich halte dich nicht für asozial oder dergleichen. Überhaupt nicht!


    Ein Säugling im Gefängnis zur Welt zu bringen und die ersten Wochen, evt Monate, mit dem Säugling hinter Gitter zu verbringen sehe ich prinzipiell für das Kind nicht als gefährdend. Soviel ich weiss gibt es spezielle Gefängnisse für Mütter und deren Kinder. Da sind dann alle Frauen in derselben Situation.

    Ein Neugeborenes braucht eine stabile (also gleichbleibende) Bezugsperson, Nähe, Nahrung, frische Windeln. Mehr braucht so ein kleiner Mensch erstmal nicht. Das kann dem Säugling auch in dieser Umgebung geboten werden. Erst ab einer gewissen Zeit (die kann ich jetzt nicht genau benennen), wäre es mit einem Kind problematisch.

    Da würde ich mein Kind lieber im Gefängnis zur Welt bringen und die ersten Wochen/ Monate mit dem Kind da sein, als aufzuschieben und dann viel weniger Kontakt zum Kind zu haben.


    Hättest du denn genügend Vertrauen, dass du es einmal mit einer Therapie versuchen würdest? Deine Geschichte hört sich ja schon sehr heftig an. So früh die Mutter zu verlieren und dann kein stabiles Umfeld zu haben kann sehr prägend sein.


    Mir wird immer wieder gesagt, dass es normal ist, dass man unter solchen Bedingungen schulisch nicht das bringen kann, was man eigentlich könnte. (Ich habe selbst eine eher schwierige Vergangenheit und mir wird das immer wieder gesagt.) Ich kann dem aber nicht so wirklich glauben und denke dauernd, ich müsste doch und ich sollte doch etc.

    Aber ich denke nicht, dass du dumm bist.


    Ich finde es zumindest mutig, dass du hier so offen geschrieben hast. Vielleicht kann dir wer anders noch konkreter zu deinen Fragen antworten.

  • Also, ich wurde noch mit 21 vorm Jugendgericht verhandelt und verurteilt damals, und ich war innerlich deutlich reifer als du. Das meine ich nicht abwertend.


    Du bist geistig noch sehr unsicher, kindhaft, und ich glaube nicht, dass du einem Säugling die innere Stabilität bieten könntest, die dieses benötigt.


    Ich empfehle dir anwaltliche Unterstützung sowie eine Beratung bei Pro Familia.

  • Hallo Tam, ich hab nur schnell quer gelesen, muss es später noch mal in ruhe lesen was Du geschrieben hast.


    Also Du brauchst Hilfe und ich finde Du hast auch Hilfe verdient.


    Du brauchst einen Anwalt, Du kannst Prozesskostenhilfe beantragen beim Gericht. Das läuft in deinem Fall, Du musst es nur machen. Soweit ich weiss kann es auch der Anwalt für Dich beantragen.


    Normalerweise würde ich erwarten dass Dir das Jugendamt einen Sozialarbeiter zur Seite stellt, die müsstest Du eigentlich schon mal kennen gelernt haben. Die geben dem Gericht eine Einschätzung an den Jugendrichter zu deiner Person, das beinhaltet deine ganze Vergangenheit die sicherlich nicht einfach war. Aufgrund deiner Geschichte und deines Alters würde ich davon ausgehen dass Du eine Chance verdient hast. Es muss gar nicht sein dass Du in die JVA kommst, vorm Jugendrichter fallen die Strafen deutlich milder aus. Mit 18 landest Du nicht automatisch bei den Erwachsenen.


    Du hast Anspruch auf volle Waisenrente, solange wie Du eine Ausbildung machst oder zur Schule gehst, das geht bis zu deinem 27ten Lebensjahr und ist nicht wenig. Das solltest Du Dir vor Augen halten.


    Jugendamt zusammen mit einem Erfahrenen Anwalt sollten einiges für Dich tun können. Die werden Dich fragen wie Du Dir vorstellst wie das alles weiter gehen soll. Sage dass Du Schule und Ausbildung abschliessen willst und deine Vollwaisenrente ausschöpfen willst.


    Was das Kind betrifft kann ich Dir keinen Rat geben. Aber was Outlaw geschrieben hat ist eine gute Idee mit Profamilia. Vielleicht gibt es noch andere Hilfsorganisationen.

  • Was ich wichtig finde, ist, dass du so schnell wie möglich verinnerlichst,


    dass das Recht hast, dieses Kind auszutragen.


    dass du das Recht hast, dieses Kind nicht auszutragen.


    dass du nicht das Recht hast, das Kind zu bekommen und dann keine Kontrolle über dich und dein Leben und somit dem deines Kindes zu besitzen.

  • Schule lief immer mies. Ich hab bis heute leider keinen Abschluss. Oft wars nicht so schlimm mit dem was man lernen soll, aber mit Lehrern gabs oft Stress. Schule und ich geht nicht gut. Ist so. Ich bin da vermutlich auch zu blöd dafür und meine Nerven sind zu schlecht.

    Das wundert mich sehr, ehrlich gesagt.

    Ich kenne Abiturienten, die leider eine schlechter Orthographie haben als Du.

    Du kannst Dich artikulieren, Du kannst zusammenfassend schreiben, Du hast Hirn, Mädel. Du hast wirklich Intelligenz im Leib.

    Mich wundert eher, daß Du den Hauptschulabschluß nicht geschafft haben solltest.


    Anyway, worst case, Du bekommst eine Freiheitsstrafe.

    Im Strafvollzug in Bayern ist so, daß Du ganz normal im Knast schwanger sein und das Baby auch auf die Welt bringen kannst.

    Ich nehme jetzt nicht an, daß Du gleich acht Jahre oder so in St. Adelheim und Co. verbringst...es ist auf jeden Fall möglich, auch im Vollzug das Baby zur Welt zu bringen UND auch zu betreuen.

    Dem Baby macht es nichts aus. Das will neben körperlichen Bedürfnissen vor allem Liebe und Geborgenheit. Das kannst Du ihm drinnen und draußen geben.

  • hi Tam, kann mich Angua nur anschließen, du hast im Oberstübchen mehr drauf, als du dir eingestehen kannst, willst, traust...

    dein eigentlich größtest Problem ist deine mangelnde Affektkontrolle. Ich schreib dazu heute abend ausführlichee, auch mit ein paar Tipps für dich, wegen deiner Zukunft.


    Ach jam noch Herzlich willkommen und ein :flower: für dich.

    du kannst sie nicht alle retten...:evil:

  • Hallo Tam nochmal,

    'Jugendgerichtshilfe' heisst das was ich oben meinte. Ich schätze das muss beantragt werden, normalerweise macht das dein Anwalt, weil es mit abstand das wichtigste ist um noch als heranwachsende gerichtlich behandelt zu werden. Es ist dann ein anderer Richter der sehr viel Spielraum hat bei seiner Entscheidung.


    Es würde helfen wenn Du einen 'Agressionsbewältigunskurs' machst oder etwas in der art. Bei den Angelsachsen heißt das 'Angermanagement Training' und kann sogar gerichtlich verordnet werden. Ich weiss gar nicht ob es das in "D" gibt. Es sieht jedenfalls sehr gut aus wenn Du Eigeninitiative ergreifst und zeigst dass Du etwas ändern willst an deinem Verhalten.

  • da kannst du selbst auch was machen:

    ruf dir die Situationen ins Gedächtnis, in denen du zugeschlagen hast, geh die einzelnen Momente durch, bis diese Wut aufkommt, aber noch bevor sie dich überrollt, stell dir vor, du drehst dich um, zuckst mit den Schultern und gehst weg.

    Wenn dir das gelingt, und du wiederholst das 1-2x pro Woche über einen langen Zeitraum, kann dich das nachhaltig verändern.

    (Stichwort Selbstsuggestion)

    du kannst sie nicht alle retten...:evil:

  • So...also nochmal echt Danke. Ich hab mir gedacht, dass ich hier heftig was gesagt bekomme. Von wegen assozial und so. Cool dass es eher anders ist. Ich schreib jetzt noch bisschen was über mich...sind dann auch Antworten dabei zu dem was ihr gefragt habt.


    Vollwaisenrente bekomme ich und meine Schwester wohl auch. Eine Sozialarbeiterin hab ich auch und am Donnerstag kommt die und dann muss ich der das wohl mit dem schwanger sagen. Ich hab auch nen Sachbearbeiter beim Jugendamt...und so nen Sozialpädagogen....bin nicht sicher, ob man das so schreibt? Termin bei einem Pflichtverteidiger hab ich auch...am Montag nächste Woche...hab den schon einmal gesehen. Aber schwer...irgendwie..der ist sehr jung und hat wohl nicht groß Bock darauf.

    Mein Problem ist...naja hab ja so einige...aber ein Problem ist eben ich kann null mit Leuten vom Amt oder so. Ich bin eine, die gern alles selbst löst. Okay...hier hab ich auch euch gefragt aber das ist was anderes. Aber vom Amt kommt immer nur...du musst...mach das...du musst...rede mit uns...rede....überhaupt immer nur reden. Und genau das kann ich nicht. Ich rede nicht viel. Andere labern doch schon genug. Für mich zählen Taten mehr. Allen wollen was von mir. Ich würd mich auch lieber alleine verteidigen bei Gericht. Ich weiß aber auch...klar wenn das Kind mal da ist...muss ich noch mehr mit dem Amt machen. Dann geht nicht alles komplett alleine.Aber so normal reden...hab ich nie gelernt. Daheim war das nicht erlaubt. Mein Vater hat gesagt wie es läuft. Und dann lief es so. Und in solchen Jugendheimen...da wollen die immer reden. Immer diskutieren...aber wenn zwei Leute Stress haben...was will man dann reden? Dann muss man das regeln. Jetzt in der eigenen Wohnung geht’s besser. Ich merk auch...diese Arbeitsblätter..Zeug für den Kurs...das geht alleine viel besser. Also ohne Lehrer lern ich besser. Ohne andere Leute, die ablenken. Therapie hab ich mal gehabt...hat aber nix gebracht. Das war nur kurz und weiß nicht...“Vertrauen sie mir“...das konnte ich noch nie.


    Das Kind nicht bekommen geht nicht. Das würd ich nie machen. Abtreiben. Es war null geplant. Ich habs befürchtet...weil das Teil gerissen ist. Da kann aber das Kind nix dafür. Mir ist nur wichtig..dass es mir keiner weg nimmt und ins Heim steckt. Weil da war ich und ich weiß wies dort ist. Und egal was ich für Mist baue wenn ich wütend bin...niemals das schwör ich auf meine Familie...niemals würde ich mein Kind schlagen! Egal was ist! Mein Vater hat mich geschlagen und getreten...und mich gezwungen den Scheiß-Alk zu trinken...immer wieder...und der war Kampfsportler. Nie würd ich sowas machen...niemals!

    Das Problem ist...ich hab nen miesen Ruf. Meine Schuld...aber nicht nur. Ich hab länger Leistungssport gemacht in Kickboxen.....mein Vater hat mich trainiert...im Verein war ich auch. Hab Pokale gewonnen. Dann kam ich ins Heim...und dann haben sie gesagt...mein Vater hat mich abgerichtet wie nen Kampfhund. Durfte im Verein weiter trainieren...wurde Meisterin...vielleicht das einzige was ich je geschafft hab.

    Und dann mit 15 aus dem Verein geflogen...das war meine Schuld. Ich war dumm und jung und hab geglaubt ich wär die Tollste. Seitdem trainier ich für mich. Sechs Tage die Woche. Und mit ein paar Jungs hier. Aber weil ich eben so nen Ruf hab, werd ich auch ständig provoziert. Dabei will ich eigentlich nur meine Ruhe. Die halten mich alle für total gestört...hab angeblich auch Borderline. Die Diagnose hat ein Therapeut gestellt, der mich genau einmal ne Stunde gesehen hat.

    Sind so Beispiele...da merk ich was die vom Amt von mir halten. Meine Sozialarbeiterin kommt zu mir...immer mit Begleitung. Zu anderen geht sie alleine...nein zu mir zu zweit. Nur weil ich einmal bei ihr im Büro nen Stuhl umgetreten hab. Und obwohl ich mich entschuldigt habe. Und dann „Du räumst ja toll auf...bei dir ist es ja sauber“ Hallo? Was soll so eine verfickte Ansage? Ich bin doch nicht assozial...natürlich putze ich und halte meine Wohnung sauber. Ich hab schon als Kind geputzt. Meine Schwester darf ich nur selten und nur unter Aufsicht vom Amt sehen...nie würd ich ihr was tun. Aber nein...schlechter Einfluss. Da gibt’s Leute die stehlen die klauen...die ziehen andere ab. Würd ich nie mehr machen! Aber ich bin das böse Monster. Ja...ich geb zu...war geil für mich mit vierzehn. Alle hatten Angst vor mir. Kämpferin. Ich liebe den Sport noch immer total. Aber jetzt nervt es nur noch...wenn alle Angst haben. Aber einmal nen Ruf...der bleibt. Da komm ich nicht mehr raus. Die Wut ist das schlimmste...manchmal bin ich so wütend...und das ist wie wenn mich innerlich was frisst...aber ich hab mir das nicht ausgesucht. Mir hat mal einer gesagt...ich müsste die Chefin sein über die Wut. Aber ich glaube bei mir ist es leider umgekehrt. Die Wut ist die Chefin.


    Danke für die ganzen Tipps und so. Bei mir wärs BaWü als Bundesland...muss mal schauen wie es da ist. Ja...vielleicht auch Jugendstrafe...wobei...soll wohl ne echt strenge Richterin bei mir werden., Und ich hatt ja schonmal Bewährung. Ihr habt aber Recht. Das Kind merkt am Anfang gar nicht von wegen eingesperrt. Hauptsache bei mir sein. Ist man dort dann auch am Ende der Schwangerschaft in einer Einzelzelle? Denn...naja...gibt ja sicher viel Gewalt im Knast. Hab ich keine Angst. Aber so hoch schwanger...wenn dir da einer in den Bauch tritt...das trifft das Kind. Das darf nicht sein. Das Kind ist wichtiger als ich. Das braucht Schutz. Ich hoffe ihr habt Recht mit dem Jugendrecht. Die Sache war kurz nach meinem achtzehnten Geburtstag. Man muss abwarten. Ist ja auch noch nicht genau sicher wie die die Körperverletzung einstufen. Aber schon schwer denke ich.


    Der Vater des Kindes...ja...ist so ne Sache. Ist eigentlich mein bester Kumpel...wir sind kein Paar...waren es nie...und ist damals eben passiert. Meine Schuld. Ging von mir aus. Daher will ich den eigentlich damit nicht belasten. Ich komm schon alleine klar. Zumal seine Familie mich nicht ab kann und ihn stressen würde. Das muss nicht sein. Das pack ich schon alleine.


    Ich schreib die Tage mal noch was. Und sorry...ich sitz dran und denk mir...antworte kurz...und dann wird’s immer lang und ich laber und laber und vermutlich nervt es hier die meisten. Danke für alle Tipps. Auch wenn ich jetzt nicht zu allem was geschrieben habe. Ich hoff, man kann es lesen und die Fehler sind nicht zu viel. Ich schreib einfach drauf los oft und bin das nicht gewohnt und dann...weiß nicht wie man das lesen kann.


    Fettes Danke!!!! Ich werde auf alle Fälle nach dem Donnerstag sagen wie das Gespräch gelaufen ist und was die sagen. Nix Gutes vermutlich.

  • Hm.

    Ich will dir nicht zu nahe treten, aber bist du sicher, dass du momentan schon bereit für ein Kind bist?


    Du solltest in meinen Augen erst mal dein Leben in den Griff bekommen, Verantwortung für dich selbst übernehmen und deine Aggressionsprobleme angehen. Du wirkst überfordert von allem, und das wird mit einem Kind auch nicht besser werden, ganz im Gegenteil.

  • Ich möchte Dir auch raten den Gedanken zuzulassen. Du bist 18 Jahre jung und hast einen Sack voll Probleme. Ich bin alleinerziehend, war damals gefestigt, älter als Du, hatte einen Beruf und festen Arbeitsvertrag, eine Mutter, die mir zu jeder Zeit den Rücken stärkte, mental wie finanziell, ein gewachsenes soziales Netz mit vielen anderen Alleinerziehenden. Und Party hatte ich ausgiebig gemacht. Man muss auch Spaß haben im Leben. Und all das war Gold wert. So ein Kind ist keine Flucht, man bekommt es nicht und verbringt dann den ganzen Tag mit Liebe und Sonnenschein, es ist anstrengend, gerade zu Beginn, es erfordert Geduld, Ausgeglichenheit und Kraft. Bist Du nicht in Deiner Mitte mit Dir selbst überträgt sich jede Gefühlsregung auf Dein Kind, als sei es ein kleiner Verstärker. Und da es sich noch nicht selbst trösten und Sicherheit geben kann musst Du dann in der Lage sein Deinen eigenen Stress in den Griff zu kriegen UND den Deines Kindes. Mit Ruhe.

    Einige Deiner Aussagen sprechen genau vom Gegenteil. Da fehlt Dir noch ein gut Teil Reife und Selbstsicherheit. Gib Dir selbst die Chance erst einmal zu lernen Dein eigenes Leben in den Griff zu bekommen und Fähigkeiten auszubilden um Verantwortung für Dich übernehmen zu können. Der Knast droht Dir ja nicht, weil Du das schon könntest sondern weil Du da erhebliche Defizite mit Dir rumschleppst. Deine feste Überzeugung man müsse Konflikte "regeln" durch Gewalt obwohl Du offenbar jemanden schwer verletzt hast und Dir nun der Knast droht ist hochproblematisch für Dich und andere und erst recht für ein Kind. Du hast keine Vorstellung wie sehr es Dich an die Grenzen bringen wird. Und Dir mangelt es erheblich an Selbstkontrolle.


    Zur Probe stell Dir einfach mal den Wecker für die nächsten 7 Tage so dass er alle 3 Stunden klingelt, steh dann auf, lauf 20 Minuten durch die Wohnung nachts und leg Dich dann erst wieder hin. Und bleib ab 7 alleine zu hause, egal wer anruft. Und steh um 6 auf. Mittagsschlaf verboten. Schaffst Du das ohne auszuflippen? Und bekommst Du Deinen Tag gut geregelt? Und das ist ein Klacks gegen die erste Zeit mit Säugling und es gibt dann kein zurück mehr. Vorallem nicht für das Kind.

    Lass Dich unbedingt bald beraten und versuch realistisch zu sein. Alles Gute!

  • Hallo Tam,


    ich betrachte dich weder als Asoziale, noch finde ich deine Ausdrucksweise schlecht. Bevor ich deinen Text zu Ende gelesen habe, überlegte ich bereits, ob du wohl einen Migrationshintergrund hast. Damit lag ich wohl richtig, da du ja am Schluss schriebst, dass Deutsch nicht deine Muttersprache sei.


    Denn auch wenn natürlich auch Menschen ohne Migrationshintergrund sich der Körperverletzung schuldig machen, spielen "Ehrverletzungen" in der Regel eine sehr untergeordnete Rolle. Mich könnten auch eine Dinge unglaublich wütend machen. Aber wenn jemand meine Familie beleidigt, würde ich schulterzuckend meines Weges gehen. Denn: Derjenige KANN gar nicht die Ehre meiner Familie verletzen.


    Wir haben hier auch (ich lebe nahe einer Großstadt) eine Beratungsstelle, die sich explizit als interkulturell bezeichnet. Vielleicht wäre das auch etwas für dich?


    Dass es dir im Heim schlecht ging, tut mir leid. Aber ich versichere dir, dass es auch gute Heime gibt. Ich habe auch länger in einem Heim gearbeitet. Als Erzieherin. Es wäre allerdings sehr ungewöhnlich, dass ein Säugling ins Heim kommt. In der Regel würde es eher eine Pflegefamilie sein.


    Ich würde mich baldmöglichst mit deinem Anwalt besprechen und ihn fragen, wie du deine Situation verbessern kannst. Du könntest freiwillig ein Anti-Aggressions-Training besuchen (sobald es coronabedingt geht), Familienhilfe in Anspruch nehmen o.ä.


    Auch den Schulabschluss finde ich wichtig - alles was zeigt, dass du dich bemühst dein Leben in geordnete Bahnen zu lenken. Den Abschluss schaffst du - den schaffen auch Leute, die nicht annähernd über deine Ausdrucksfähigkeit verfügen.


    Nachtrag: Ich würde es der Sozialarbeiterin nicht verübeln, dass sie nur in Begleitung zu dir geht. Denn einen Stuhl umzutreten zeigt ja schon, dass du deine Emotionen nicht im Griff hast. Und wie will sie einschätzen, wie weit du gehen würdest, wenn du dich durch eine Aussage von ihr angegriffen fühlen würdest? Immerhin kommt jetzt ein Prozess wegen schwerer Körperverletzung auf dich zu. Wirst du dich bei den Betroffenen aufrichtig entschuldigen? Oder hast du es bereits getan?

    Einmal editiert, zuletzt von Miriam ()

  • PS: Es hat noch jeder werdende Elternteil geschworen seinem Kind nie was zu tun. Vergiss es. Deine Probleme Dich adäquat und gewaltfrei durchzusetzen werden vor Deinem Kind keinen Halt machen. Nimm das bitte ernst. Das bedeutet nicht, dass Du ein schlechter Mensch bist. Es bedeutet, dass Du noch lange nicht gefestigt und belastbar genug für ein Kind bist. Und eine Mutter im Knast ist wahrlich keine gesunde Ausgangsbasis für ein Kind. Gerade weil Du das selbst nicht erkennst klingeln bei mir ALLE Alarmglocken. Ich meine das wirklich nicht böse. Ich will nicht, dass Du in die vorprogrammierte Katastrophe rennst.

    • :flower:
    • kqjdhakjhdjak
    • adjhkahhka
    • bajhjkadhka
    • dnajkhak
    • ndkjahjakjhkw
    • bjahkjhekjhek
    • nhdakhkjhaea
    • nwjkahkehakhe
    • :*
    • adlkjdajdjall
    • 8o
    • =O
    • <X
    • ||
    • dlkjjaljlajdljdlkajlkdla
    • :S
    • X/
    • 8)
    • ?(
    • :rolleyes:
    • :love:
    • 8|
    • :cursing:
    • :thumbdown:
    • :thumbup:
    • :sleeping:
    • :whistling:
    • :evil:
    • :saint:
    • <3
    • :!:
    • :?:
    Maximale Anzahl an Dateianhängen: 10
    Maximale Dateigröße: 1 MB
    Erlaubte Dateiendungen: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip
      Du kannst die Antworten mittels Drücken und Festhalten in ihrer Reihenfolge ändern. Du kannst 20 Antwortmöglichkeiten vorgeben.
      Das Ergebnis ist erst mit dem Ablauf der Umfrage oder der Abgabe einer Stimme sichtbar.