Tierschutz-Tipps für Nichtveganer

  • Ich bin Nicht-Vegetarier und möchte das auch bleiben. Aus ethischer Sicht habe ich keine Probleme damit. Wenn Tiere artgerecht gehalten und möglichst schonend und schmerzfrei getötet werden, finde ich es völlig in Ordnung, tierische Produkte zu verzehren.


    Aus meiner Sicht müsste eigentlich der Staat wesentlich mehr darauf achten, dass der Tierschutz in diesem Bereich besser eingehalten wird. Es müssten deutlich strengere Maßstäbe angelegt werden. Dass tierische Produkte dadurch möglicherweise um einiges teurer würden, wäre es mir wert.


    Aber leider ist ein solcher hoher Standard ja momentan noch nicht gegeben. Stattdessen gibt es viele verschiedene Projekte und Initiativen... Gütesiegel, Biomarken, regionale Vermarktung usw.. Und immer wieder hört man, dass es mit dem Tierschutz doch wieder nicht so genau genommen wird, auch wenn die Produkte ein entsprechendes Label tragen. Das finde ich, ehrlich gesagt, ziemlich nervig... es nimmt mir die Motivation, zu versuchen, konsequent Produkte zu kaufen, bei deren Herstellung der Tierschutz genügend beachtet wurde.


    Wie seht ihr das? Wie handhabt ihr es selbst? Habt ihr gute Tipps, welche Marken oder Produkte besonders empfehlenswert sind, und bei welchen man vorsichtig sein sollte? In welchen Bereichen seht ihr besondere Probleme? Welche unterstützenswerten Projekte kennt ihr? Was tut sich in der Politik und bei der Gesetzgebung?


    Ich fände es schön, wenn wir hier ein paar interessante Informationen rund um dieses Thema zusammentragen könnten.

  • Grundsätzlich sind Tierschutz und kommerzielles Interesse schwer zu vereinbaren. Man muss schon eine spezielle Persönlichkeitsaufstellung besitzen, um durchgängig gut zu einem Tier zu sein, welches man am Ende zur Hinricjtung freigibt.

    Der Regelfall sind eher deutlich abgestumpfte Personen.


    Es wird zuviel Fleisch gegessen und produziert, die Preise sind zu gering.


    Würde man den Kilopreis drastisch anheben, ginge der Konsum auf ein gesunderes Maß zurück, und die Landwirtschaft käme auch bei geringerer Produktionsmenge auf betriebswirtschaftlich vernünftige Margen.


    Die Tierdichte auf selbem Raum könnte abnehmen, damit der Infektionsdruck, damit die Medikamentenzufuhr.


    Der Weg zu einem angenehmeren Leben wäre geebnet.


    Kleinere Schlachthöfe, kürzere Transportwege.

    Vereinfachung der Hofschlachtung.

    Entstrickung der Landwirtschafts- und Jagdlobby.


    Etc.pp.

    When you come to take mine

    you better bring yours.

  • Ich habe auch nichts dagegen, mehr Geld für qualitativ hochwertiges Fleisch von superglücklichen Kühen zu bezahlen. Dadurch, dass ich so gut wie nie koche, erübrigt sich das allerdings meistens.

    Es geht ja auch nicht nur um Fleisch. Und im Grunde genommen nicht mal nur um Nahrungsmittel, sondern um alle tierischen Produkte: Wollpullis, Seidenhemden, Ledergürtel, Seife, Borstenpinsel...


    Isst du viel in Restaurants? Oder eure Bordverpflegung? Gibt es da irgendwelche Projekte, um mehr Produkte zu verwenden, bei denen der Tierschutz stärker berücksichtigt wird? Das würde mich auch mal interessieren.

  • Es geht ja auch nicht nur um Fleisch. Und im Grunde genommen nicht mal nur um Nahrungsmittel, sondern um alle tierischen Produkte: Wollpullis, Seidenhemden, Ledergürtel, Seife, Borstenpinsel...

    Ich muss zugeben, dass ich beim Erwerb von sowas nur auf die Qualität, aber nicht auf Tierschutz achte.

    Ich hätte sehr gerne ein Schachspiel aus Elfenbein.


    Isst du viel in Restaurants? Oder eure Bordverpflegung?

    Beides. Oder meine Freundin kocht was für mich, wenn sie gut drauf ist.


    Gibt es da irgendwelche Projekte, um mehr Produkte zu verwenden, bei denen der Tierschutz stärker berücksichtigt wird? Das würde mich auch mal interessieren.

    Du fragst Sachen.


    Es gibt Projekte, die der Umwelt zugutekommen, dabei geht es allerdings normalerweise nicht um Tierschutz, sondern um Gewichtsersparnis, um den CO2-Ausstoß zu verringern.

  • Grundsätzlich sind Tierschutz und kommerzielles Interesse schwer zu vereinbaren. Man muss schon eine spezielle Persönlichkeitsaufstellung besitzen, um durchgängig gut zu einem Tier zu sein, welches man am Ende zur Hinricjtung freigibt.

    Der Regelfall sind eher deutlich abgestumpfte Personen.

    Darüber habe ich beim Schreiben des Eingangsbeitrags auch nachgedacht.


    So gesehen, macht Massentierhaltung und "Fleisch-Produktion" wahrscheinlich sogar psychologisch Sinn: Je mehr die Tiere wie empfindungslose Gegenstände behandelt werden, desto weiter ist man gefühlsmäßig von ihnen entfernt... und desto leichter fällt es, sie zu töten.


    Ja, das denke ich eben auch. Aus wirtschaftlicher Sicht müsste das doch ziemlich problemlos machbar sein.


    Zumindest, was den Fleischkonsum angeht. Den könnte man ja relativ einfach reduzieren, wenn man nicht bereit ist, unter dem Strich mehr Geld auszugeben. Wenn man das natürlich auf alle tierischen Produkte bezieht, wird es vermutlich schwierig... denn darunter fallen so viele Standard-Lebensmittel und -Produkte, dass der Einkauf insgesamt wahrscheinlich zwangsläufig deutlich teurer würde.


    Ich muss zugeben, dass ich beim Erwerb von sowas nur auf die Qualität, aber nicht auf Tierschutz achte.

    Ich habe bisher auch nicht darauf geachtet, ob es da Produkte gibt, die tierschutzgerecht hergestellt wurden. Aber ich werde ab jetzt mal versuchen, aufmerksamer zu sein.


    Die Qualität stimmt bei sowas dann ja meistens auch... das dürfte also nicht das Problem sein. Wohl eher die Auswahl.


    Ich hätte sehr gerne ein Schachspiel aus Elfenbein.

    Das wäre ja sogar möglich, ohne mit dem Tierschutz in Konflikt zu geraten, da man theoretisch die Stoßzähne von auf natürliche Weise gestorbenen oder legal geschossenen Elefanten verwenden könnte. So ganz verstehe ich nicht, dass das anscheinend nicht vernünftig umzusetzen ist, ohne Wilderei zu fördern.


    Du fragst Sachen.


    Es gibt Projekte, die der Umwelt zugutekommen, dabei geht es allerdings normalerweise nicht um Tierschutz, sondern um Gewichtsersparnis, um den CO2-Ausstoß zu verringern.

    Halt doch mal die Augen auf und sag Bescheid, wenn dir sowas unterkommt.

  • Das wäre ja sogar möglich, ohne mit dem Tierschutz in Konflikt zu geraten, da man theoretisch die Stoßzähne von auf natürliche Weise gestorbenen oder legal geschossenen Elefanten verwenden könnte. So ganz verstehe ich nicht, dass das anscheinend nicht vernünftig umzusetzen ist, ohne Wilderei zu fördern.

    Ich schätze, man kann den Handel damit nicht freigeben, ohne dass dadurch auch wieder illegales Elfenbein auf den Markt kommt.
    (Es gibt allerdings auch ein paar nette Schachsets aus Mammut-Elfenbein, die man stattdessen kaufen kann.)

    Halt doch mal die Augen auf und sag Bescheid, wenn dir sowas unterkommt.

    Wenn mir was genau unterkommt?

  • Ich schätze, man kann den Handel damit nicht freigeben, ohne dass dadurch auch wieder illegales Elfenbein auf den Markt kommt.
    (Es gibt allerdings auch ein paar nette Schachsets aus Mammut-Elfenbein, die man stattdessen kaufen kann.)

    Ja, aber wieso? Die Produkte müssten halt zertifiziert werden, und dürften nur mit entsprechender Herkunftsbestätigung legal verkauft werden. Wieso würde dadurch mehr illegales Elfenbein in den Handel kommen? Das verstehe ich nicht.


    Oder stell dir vor, man dürfte die Stoßzähne von (natürlich entsprechend artgerecht gehaltenen) asiatischen Elefanten verwenden. Sie könnten u.a. für diesen Zweck extra gezüchtet werden. Dann gäbe es ein viel größeres Angebot auf dem Markt, der Preis würde vermutlich sinken, das Wildern würde sich nicht mehr lohnen.


    Wo liegt denn da mein Denkfehler?


    Mammut-Elfenbein finde ich auch spannend (überhaupt Fossilien). Aber das wird ja nun auch nicht massenweise gefunden... und die zur Verfügung stehende Menge ist definitiv limitiert.


    Wenn mir was genau unterkommt?

    Zum Beispiel ein Lunchpaket mit dem Label "von glücklichen Kühen"... oder ein Restaurant, das damit wirbt, nur artgerecht korrekte Produkte zu verwenden.

  • Oder stell dir vor, man dürfte die Stoßzähne von (natürlich entsprechend artgerecht gehaltenen) asiatischen Elefanten verwenden. Sie könnten u.a. für diesen Zweck extra gezüchtet werden. Dann gäbe es ein viel größeres Angebot auf dem Markt, der Preis würde vermutlich sinken, das Wildern würde sich nicht mehr lohnen.

    In Thailand wird auf diese Art Elfenbein unter entsprechend strengen Auflagen produziert. Auf diesem Wege gelangt dann anscheinend auch afrikanisches Elfenbein auf den Markt.


    ->


    Zitat
    Die kriminellen Schmugglerbanden werden immer professioneller und wechseln die Route ständig, um möglichst unentdeckt zu bleiben. Ihre Zielorte sind meist China und Thailand. Da in Thailand der Handel mit Elfenbein partiell erlaubt ist, benutzen die Schmuggler das Land als Zwischenstation. Das afrikanische Elfenbein wird dort umgepackt oder verarbeitet und dann als „thailändisches“ Elfenbein exportiert. Dadurch wird die afrikanische Herkunft verschleiert.

    https://www.wwf.de/negativ-rek…eschlagnahmtem-elfenbein/

  • Wenn ich im Ausland bin, dann verzichte ich auf Freizeitaktivitäten, welche Tierleid inkludieren.


    Fotos mit ruhiggestellten Tigern, Tanzbären, Eselsritte zum Berg etc brauche ich nicht.

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  • Also was mein Konsumverhalten bisher angeht - ich kaufe eigentlich fast ausschließlich Bio-Eier. Meistens Bio-Milch (außer im Sommer, da wird sie nämlich meiner Erfahrung nach total schnell sauer... regelmäßig vor dem MH-Datum). Und gelegentlich Bio-Fleisch. Das ist es dann aber im Wesentlichen auch schon. Nciht gerade konsequent, das gebe ich zu...


    Und außerdem sind das eben nur die Bio-Marken aus dem Supermarkt. Selbst wenn die Standards eingehalten werden, die für die Vergabe des Bio-Labels erforderlich sind - die Richtlinien gewährleisten ja noch längst nicht, dass es den Tieren wirklich gut geht. Sondern es geht ihnen nur nicht ganz so mies wie bei der konventionellen Tierhaltung.

  • Ein Faktor, der bei mir persönlich eine große Rolle spielt, ist Hygiene. Mit Billigfleisch assoziiere ich latent sowas wie Bakterien, Dreck, Kot, Eiter, Stresshormone, Entzündungen, etc.

    Deshalb kaufe ich sowas nicht. Mit der Vermeidung von Tierleid hat diese Entscheidung also eher weniger zu tun.

  • Zumindest unmittelbar vor der Schlachtung und Zerlegung ist das alles zu 95 Prozent wieder gleich.

    Es findet teilweise ein Umdenken statt in die Richtung, "mehr Tierwohl"-Fleisch separat zu schlachten, aber die Regel ist es (noch) nicht.

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