Sich einfach mal aussprechen

  • Eigentlich glaube ich inzwischen, es tut mir nicht wirklich gut, hier zu schreiben. Wobei ich nicht wirklich weiß, was mit wirklich gut tut.


    Naja, es tut mir gut, schöne Sachen zu machen, mit netten Menschen und so. Aber es reicht dann eben auch nicht wirklich.


    Und ich selbst kann es anscheinend einfach nicht, mit mir selbst gut umgehen.


    Ich ernähre mich nicht gut, ich trinke zu viel, und kann auch meine Wohnung nicht so halten, dass man sich darin wohl fühlen kann. Naja, inzwischen lade ich mir immer mal wieder jemanden ein, also nicht ganz spontan, aber so, dass ich es dann halbwegs hinkriege, also dass man Besuch reinlassen kann.


    Und die Frustrationen, die Sehnsüchte, die Traumata kommen dann immer in meinen nächtlichen Träumen vor.

  • Oh, ich benutze schon weider einen Thread für mich selbst.


    Es geht ja hier eigentlich nur um belastende Aussagen von Eltern.

    Wir können das alles ja jederzeit auslagern, wenn's zu sehr ins Off-Topic driftet.


    Du wirkst ein bisschen niedergeschlagen gerade. Dabei hast du doch vor Kurzem noch von deiner Freundin berichtet und dem Urlaub, der bald ansteht. Das ist doch etwas, worauf du dich wirklich freuen kannst.

  • Wir können das alles ja jederzeit auslagern, wenn's zu sehr ins Off-Topic driftet.


    Du wirkst ein bisschen niedergeschlagen gerade. Dabei hast du doch vor Kurzem noch von deiner Freundin berichtet und dem Urlaub, der bald ansteht. Das ist doch etwas, worauf du dich wirklich freuen kannst.

    Ja, das stimmt. Ja, irgendwie bin ich heute sehr niedergeschlagen. Allerdings ist diese Freundin und der Urlaub etwas, was mir hilft. Aber so grundsätzlich reicht das eben einfach nicht.


    Vorher stehen sogar noch ein Paar Tage Brandenburg an, also der Besuch bei einer Nichte wegen der Einschulung meines Großneffen. Wird auch irgendwie ein großes Familientreffen sein. Also eigentlich wieder zuviel auf einmal.


    Vielleicht hat dieser Thread wieder etwas in mir ausgelöst, vielleicht aber auch nicht, vielleicht bin ich auch chronisch unzufrieden, weil ich mein Leben irgendwie verkackt habe, und das nicht wirklich akzeptieren kann.


    Naja.

  • Ich kenne solche Zustände ja auch. Insofern will ich dir jetzt nicht sowas schreiben wie: "Konzentriere dich auf die positiven Aspekte, auf deinen Urlaub, auf die gute Freundschaft", oder: "Morgen wird alles besser."

    Ich weiß, dass das manchmal nicht hilft.


    Keine Ahnung, was man in solchen Momenten schreibt.

  • Und dann denke ich, hätte ich nicht diese durch und durch kranke egozentrische Mutter gehabt, dann hätte ich vielleicht ein anderes Leben gehabt.


    Durch sie hatte ich Pflegeeltern, bei dem mein Pflegevater nie so wirklich zufrieden war, dass ich da war, und mir auch öfter gesagt, dass ich nicht zur Familie gehöre. Durch sie hatte ich eine Pflegemutter, die ich geliebt hatte, aber nicht wirklich so lieben durfte, und die ich von einem auf den anderen Tag verlassen musste um dann ausschließlich mit meiner kranken Mutter zu leben. Ja, einen scheinbaren Vater gab es auch noch, der aber nicht wirklich in Erscheinung getreten ist.


    Ach, die alte Leier. Ich habs wohl nie richtig überwunden, verarbeitet, die Therapien haben auch nur bedingt geholfen. Scheisse.

  • Ich kenne solche Zustände ja auch. Insofern will ich dir jetzt nicht sowas schreiben wie: "Konzentriere dich auf die positiven Aspekte, auf deinen Urlaub, auf die gute Freundschaft", oder: "Morgen wird alles besser."

    Ich weiß, dass das manchmal nicht hilft.


    Keine Ahnung, was man in solchen Momenten schreibt.


    Alles gut, ich finde deine Antworten gerade schon hilfreich.

  • Ich kenne das, Bastine. Diese Botschaften, die einem mitgegeben werden, die man verinnerlicht. Nicht gewollt zu sein. Minderwertig. Übrig geblieben.

    Aber es sind Lügen. Lügen von Menschen über einen, die im Grunde sie selbst charakterisieren, nicht uns. Die selbst so zerfleddert waren, dass sie das einem Kind überstülpen. Unreflektiert und achtlos.

    Ich hab auch mit solchen alten Relikten zu kämpfen. Und sie sind eben da. Mal kommt man besser mit Ihnen zu Rande. Mal gar nicht.

    Sie gehen ja auch nicht weg. Bestenfalls erkennt man sie und bekommt sie mit Übung besser in den Griff.

  • Die Übung nicht wegzurennen und zu vermeiden. Und dann triggert einen der nächste (unabsichtlich) im Vorbeigehen. Weil die Haut darüber so hauchzart ist. Ich denke, dass man es sich anschauen muss. Das, was war. Dass wir lernen müssen mit dem Schaden umzugehen. Die Gefühle richtig einzuordnen, die in uns aufwallen. Ich hab festgestellt, dass ich die ganze Geschichte aus den Augen einer Jugendlichen in mir abgelegt habe. Mit den Gefühlen und der Machtlosigkeit einer Jugendlichen. Und wenn mich was triggert bin ich wieder jugendlich und machtlos. Ich versuche zunehmend bewusst in die Geschichte zurückzugehen. Stückchenweise. Das schmerzt unheimlich. Aber inzwischen bekomme ich mehr und mehr hin dabei die Erwachsene zu sein, die ich bin. Und die Geschichte aus diesen Augen zu betrachten und dann erst wieder in mir abzulegen. Slice and dice.

  • Das was Du schilderst in dem anderen Thread ist ja eine Rollenumkehr par excellence, Bastine. Du bist das Kind und bedarfst Schutz, Liebe und Geborgenheit. Und stattdessen bist Du mit 11 damit konfrontiert das Leben Deiner Mutter schützen zu sollen. Und hast zu dem die Last zu tragen, dass sie sich das Leben nehmen will obwohl Du sie liebst und sie Dich so sehr lieben sollte, dass es das letzte wäre, was sie tun würde, Dich zu verlassen. In absoluter Endgültigkeit. Das tut mir leid, das hätte Dir nie geschehen sollen. Sie muss sehr krank gewesen sein, dass sie das nicht genießen durfte mit Dir.


    Wir bekommen das nicht zurück, Bastine. Diese Eltern-Liebe, die uns zugestanden hätte damals. Wir müssen für uns selbst sorgen, uns lernen heute selbst zu trösten, wenn diese tiefen Wunden wieder mal aufreißen. Und versuchen dann die Mutter für uns selbst zu sein, die wir gerne gehabt hätten. Es steht Dir zu Bastine, geliebt zu sein. Du bist das wert.

  • Wir bekommen das nicht zurück, Bastine. Diese Eltern-Liebe, die uns zugestanden hätte damals. Wir müssen für uns selbst sorgen, uns lernen heute selbst zu trösten, wenn diese tiefen Wunden wieder mal aufreißen. Und versuchen dann die Mutter für uns selbst zu sein, die wir gerne gehabt hätten. Es steht Dir zu Bastine, geliebt zu sein. Du bist das wert.

    Nein, leider bekommen wir das nicht zurück. Ich fürchte nur, dass dieser tiefe geheime Wunsch, es doch zu bekommen, immer da ist. Ich weiß, ich müsste mich selbst bemuttern, ich müsste selbst dafür sorgen, dass es mir gut geht. Das gelingt mir halt nur bedingt.

  • Das ist nur zu verständlich. Also, dass es einem bedingt gelingt. Deswegen meinte ich ja, man muss das üben. Weggehen tut es nicht, das sehe ich auch so. Aber es hilft sich selbst verstehen zu lernen, sich deswegen nicht gleich zu geißeln sondern es als Folge der eigenen Vita zu erkennen und es dann richtig zuzuordnen. Zum Beispiel wenn man den Gegenüber in diese Sehnsucht einbezieht. In der Lage zu sein das zu benennen, es auszusprechen und dann zu trennen vomGegenüber ist der Weg, Bastine. Du kriegst das schon noch hin. Du bemühst Dich ja darum. Hast Du mal die grandiose Hannah Gadsby mit "Nanette" gesehen? Tolle Frau, lohnt sich. Nicht nur für Frauen, lohnt sich für jeden. Nimm Dir Deine Zeit und sei gut zu Dir selbst Bastine.

    • :flower:
    • kqjdhakjhdjak
    • adjhkahhka
    • bajhjkadhka
    • dnajkhak
    • ndkjahjakjhkw
    • bjahkjhekjhek
    • nhdakhkjhaea
    • nwjkahkehakhe
    • :*
    • adlkjdajdjall
    • 8o
    • =O
    • <X
    • ||
    • dlkjjaljlajdljdlkajlkdla
    • :S
    • X/
    • 8)
    • ?(
    • :rolleyes:
    • :love:
    • 8|
    • :cursing:
    • :thumbdown:
    • :thumbup:
    • :sleeping:
    • :whistling:
    • :evil:
    • :saint:
    • <3
    • :!:
    • :?:
    Maximale Anzahl an Dateianhängen: 10
    Maximale Dateigröße: 1 MB
    Erlaubte Dateiendungen: bmp, gif, jpeg, jpg, pdf, png, txt, zip
      Du kannst die Antworten mittels Drücken und Festhalten in ihrer Reihenfolge ändern. Du kannst 20 Antwortmöglichkeiten vorgeben.
      Das Ergebnis ist erst mit dem Ablauf der Umfrage oder der Abgabe einer Stimme sichtbar.