Zufrieden sein

  • Ich weiß, es gab schon ähnliche Threads. Aber mich interessiert es einfach.


    Seid ihr grundsätzlich zufrieden im Moment? Was braucht ihr dazu? Was fehlt euch, wenn ihr es nicht seid? Wie wart ihr in unzufriedenen Phasen aufgestellt bzw. was hat diese Phasen charakterisiert?


    Was denkt ihr, was braucht man grundsätzlich, um dauerhaft zufrieden sein zu können?


    Geht das in euren Augen?

  • Ich glaube zwar, dass du ganz bestimmt nicht auf meine Antwort gewartet hast, ich antworte trotzdem.


    Wirklich zufrieden war ich noch nie.


    Ansonsten denke ich, dass es für jeden einzelnen etwas anderes bedeuten kann, weswegen man zufrieden ist, sein kann.

  • Das finde ich eine wirklich interessante Frage! Ich hab mir darüber noch nie Gedanken gemacht ^^

    Also ich glaube, am wichtigsten für mich ist, dass ich meine Liebsten habe. Das sind meine Familie und Freunde. Ich bin ein sehr sozialer Mensch und würde eingehen, wenn ich alleine wäre. Ich bin auch sehr harmoniebedürftig. Ein großer Streit würde meine Zufriedenheit auch stark negativ beeinflussen.

    Das zweite ist, dass ich ein gewisses Grundeinkommen und Rücklagen habe, die es mir ermöglichen, mir keine Sorgen um Geld machen zu müssen. Ich bin nicht reich und das muss ich auch nicht sein. Es geht wie gesagt einfach um ein Sorglosgefühl.

    Dass ich meinen Job im allgemeinen gerne mache, ist natürlich auch ein positiver Effekt.

    Ich fühle mich in unserem zu Hause auch wohl. Das ist mir tatsächlich auch wichtig.

    Und die quality time, also Zeit für Unternehmungen oder einfach für mich ist auch sehr wichtig.

    Es gibt bestimmt noch mehr Faktoren. Aber das ist jetzt so das erste, das mir dazu einfällt.


    Wie ist es bei dir?

  • Seid ihr grundsätzlich zufrieden im Moment?


    Nein dafür gibt es zu viel zu beklagen. Es gibt zu viele negative Einflüsse von außen die Zufriedenheitskiller sind.

    Zufrieden sein beinhaltet ja das Wort Frieden, also in Frieden leben zu können, dies wird uns leider verwehrt, wir bekommen beispielsweise gesagt: das ist jetzt wichtig wäre Krieg zu führen und eben nicht "in" oder zu-frieden zu sein.


    Wir bekommen doch von früh bis spät erzählt dass irgendetwas nicht gut ist so wie es ist und das ganz ganz viel geändert werden muss damit dann irgendwann mal alles gut sein wird. Nur es ist nie genug und es wird auch niemals irgendwas gut.


    Was fehlt euch, wenn ihr es nicht seid?


    Wahrhaftigkeit. Wenn man nach Strich und Faden von allen Seiten belogen wird ist es schwierig damit zufrieden zu sein. Ich habe gerade gestern und heute überlegt dass von ganz vielen Teilen der Gesellschaft das Lügen zum Lebensweg erhoben wird, also systematisches und gewohnheitsmäßiges Lügen von einigen vielen ernsthaft als Weg gesehen wird.


    Was denkt ihr, was braucht man grundsätzlich, um dauerhaft zufrieden sein zu können?


    Das ist prinzipiell ziemlich einfach: zufrieden mit dem zu sein was man hat. Und einfach mal Ruhe zu geben. Aber wer ist das, bzw macht das schon?


    Persönlich ich? Ich bin zufrieden wenn ich in meinem Garten sitzen kann und den Sonnenuntergang mir anschauen kann. Aber es gibt auch solche Leute die dann nicht still sitzen können und anfangen müssen das Gras auszureißen, von denen gibt es mehr als man denkt wenn man mal etwas danach schaut.



  • Meine Antwort wird jetzt wahrscheinlich etwas seltsam ...


    Ja, ich bin zufrieden. Ich habe Menschen, mit denen ich mich wohlfühle und auf die ich mich verlassen kann, einen Job, den ich mag, eine Wohnung, in der ich mich wohlfühle und zuhause bin, habe auch mal Zeit für mich... Das was für mich wirklich wichtig ist, habe ich.


    Ich schimpfe, jammere und stöhne zwar oft über irgendwelche Kleinigkeiten oder auch mal über Größeres und natürlich erlebe ich auch Leid, traurige Situation, Schmerz und es gibt auch ein paar Sachen, die langfristig nervig und irgendwie nicht in den Griff zu kriegen sind, aber das alles wirkt eher oberflächlich auf mich. Tiefer drin, im Inneren, bin ich zufrieden.

  • Meine Antwort wird jetzt wahrscheinlich etwas seltsam ...


    Ja, ich bin zufrieden. Ich habe Menschen, mit denen ich mich wohlfühle und auf die ich mich verlassen kann, einen Job, den ich mag, eine Wohnung, in der ich mich wohlfühle und zuhause bin, habe auch mal Zeit für mich... Das was für mich wirklich wichtig ist, habe ich.


    Ich schimpfe, jammere und stöhne zwar oft über irgendwelche Kleinigkeiten oder auch mal über Größeres und natürlich erlebe ich auch Leid, traurige Situation, Schmerz und es gibt auch ein paar Sachen, die langfristig nervig und irgendwie nicht in den Griff zu kriegen sind, aber das alles wirkt eher oberflächlich auf mich. Tiefer drin, im Inneren, bin ich zufrieden.

    So empfinde ich das auch bei mir :)

    So wilde Freude nimmt ein wildes Ende,

    Und stirbt im höchsten Sieg, wie Feu'r und Pulver

    Im Kusse sich verzehrt. Die Süßigkeit

    Des Honigs widert durch ihr Übermaß,

    Und im Geschmack erstickt sie unsre Lust.

    Drum liebe mäßig; solche Lieb' ist stät:

    Zu hastig und zu träge kommt gleich spät. -William Shakespeare-

  • Das finde ich eine wirklich interessante Frage!


    Die ja irgendwie fast in allen anderen Fragestellungen mit inkludiert ist, wenn man das tiefer auseinanderpflückt.


    Ich hab mir darüber noch nie Gedanken gemacht ^^


    Bist du dir da sicher? Ist die Frage nicht in jedem Bedürfnis existent, das du dir erfüllst oder dir ersehnst?




    Das ist ja schon Einiges. Danke.



    Hast du lange gebraucht, um das herauszufinden, oder hat sich das organisch ineinandergefügt und ergeben?


    Gibt es etwas, das dir trotzdem fehlt?


  • Meinst du mit "uns" die gesamte Menschheit?

    Und beziehst du dich auf mediale Einflüsse?


    Also ist deine Lebenszufriedenheit stark an die Außendefinition durch eine Meinungshoheit gebunden?




    Persönlich ich? Ich bin zufrieden wenn ich in meinem Garten sitzen kann und den Sonnenuntergang mir anschauen kann. Aber es gibt auch solche Leute die dann nicht still sitzen können und anfangen müssen das Gras auszureißen, von denen gibt es mehr als man denkt wenn man mal etwas danach schaut.



    Stresst dich das bzw. mindert das deine Zufriedenheit?

  • Meine Antwort wird jetzt wahrscheinlich etwas seltsam ...


    Was genau erzeugt den Impuls dazu, das zu schreiben? Was genau daran ist seltsam?




    Ja, ich bin zufrieden. Ich habe Menschen, mit denen ich mich wohlfühle und auf die ich mich verlassen kann, einen Job, den ich mag, eine Wohnung, in der ich mich wohlfühle und zuhause bin, habe auch mal Zeit für mich... Das was für mich wirklich wichtig ist, habe ich.


    (...) Tiefer drin, im Inneren, bin ich zufrieden.


    Das klingt sehr schön.


    Du bist sehr reich.

  • Wie ist es bei dir?


    Ich weiß es nicht genau.


    Ich bin ein sehr ungleichmäßiger Mensch. Manchmal erscheint mir mein Leben zu schnell und zu vollgepackt, und manchmal fühle ich mich komplett ausgebremst. Insgesamt finde ich, dass zuviel Zeit und Kraft verlorengeht für die Aufrechterhaltung und Verbesserung meines "Großen Übergeordneten Systems", aber auch der kleineren Systeme. (Also Arbeit, Organisatorisches, all dieser Kram.)


    Der "Gewinn" erscheint mir am Ende recht klein.


    Das ist der "organisatorische Aspekt".


    Jetzt kommt der psychologische Effekt. Irgendwas stimmt mit meinem Gehirn und meiner emotionalen Null-Linie (den Begriff habe ich geklaut) nicht. Einerseits kann ich Momente der Zufriedenheit nicht lange halten, weil sie selten mit Dingen korrelieren, die sind, sondern häufiger mit Dingen, die ich erreiche. Ich kann das System natürlich ein bisschen austricksen, um diesen Effekt zu erleben, aber ... .


    Andererseits ist mein Standardzustand ein bisschen unterhalb der Null-Linie. Kaum merkbar. Nur so, dass ich es gerade so bemerke und im Alltag ausgleichen kann. Positives Input hebt mich tendenziell selten wirklich darüber hinweg, und für einen längeren Zeitraum funktioniert das ... eher selten, ebenfalls. Das lasse ich nicht hart raushängen, weil das nicht hilft und irgendwie auch keine besonders positive oder sozialtaugliche Eigenschaft ist (manche Menschen lesen dann Kritik an ihren Qualitäten heraus, wenn sie es mitbekommen, und dann muss ich sie trösten und beschwichtigen wegen einer Sache, die mich selbst viel mehr beschwert) und mich das vermutlich recht einsam machen würde.


    Das ist jetzt alles nichts wirklich Neues, das wurde bereits in etlichen Threads und Beiträgen besprochen, aber ich wollte deine Frage nicht unbeantwortet lassen.

  • Ein interessantes Thema mit einfachen, klaren Fragen.

    Nur bekomme ich es nicht gebacken, darauf mit einfachen, klaren Antworten zu reagieren.


    Ich versuch' mal in Ansätzen:


    Seid ihr grundsätzlich zufrieden im Moment? Was braucht ihr dazu? Was fehlt euch, wenn ihr es nicht seid? Wie wart ihr in unzufriedenen Phasen aufgestellt bzw. was hat diese Phasen charakterisiert?

    Ich bin immer zufrieden und unzufrieden gleichermaßen.

    Du fragst nach "im Moment":

    Im Moment bin ich in erster Linie ziemlich unzufrieden über meine erneute Corona-Infektion.

    Gepaart mit einem ordentlichen Rochus auf meine Chefs.


    Gleichzeitig jedoch bin ich dankbar (ist nicht gleich 'zufrieden', weiß ich), dass ich in einem trockenen, warmen Bett mit einem trockenen, warmen und abschottbaren Zuhause drumrum darauf warten darf, dass meine Abwehr sich auf ihren Job besinnt und mich hoffentlich bald wieder zurechnungsfähig funktionieren lässt.



    Wenn ich die Nase nicht über den Tellerrand hebe, ist meine Zufriedenheit meistens eine andere, als wenn ich umfassender denke und betrachte.

    Ich kann mich gleichzeitig ganz egoistisch darüber freuen, dass ich Wohnung, Nahrung und relative (Schein-)Sicherheit habe, jedoch über das Gesamtwirken der Spezies Mensch unumstritten unzufrieden sein.

    Ebenso kann ich wie beschrieben über momentane Gesundheitsmängel sehr unzufrieden sei, aber eben weiß ich gleichzeitig, dass mein Elend in einem stabilen (jedenfalls noch resp. scheinbar) Rahmen steckt.


    Keine Ahnung, ob jemand meinem Teller Gedankenspaghetti noch folgen kann.


    Was denkt ihr, was braucht man grundsätzlich, um dauerhaft zufrieden sein zu können?

    Um dauerhaft zufrieden zu sein, müsste die Menscheit so sein, wie sie glaubt, zu sein.

    Und nicht so, wie sie tatsächlich ist.

    Geht das in euren Augen?

    So nicht.

    Kintsugi der Seele:

    Die Kunst, die Narben nicht zu verstecken, sondern zu vergolden.

  • Andererseits ist mein Standardzustand ein bisschen unterhalb der Null-Linie. Kaum merkbar. Nur so, dass ich es gerade so bemerke und im Alltag ausgleichen kann.

    Bei mir ist der Standardzustand etwas oberhalb der Null-Linie, deshalb bin ich ich grundsätzlich zufrieden, nur kann es schnell auch unterhalb der Linie kippen. Das hält meistens aber nicht sehr lange an und ich komme wieder zu meinem gewohnten Zustand.


    Findest du es belastend, dass du dich tendenziell eher unterhalb der Linie siehst?

    So wilde Freude nimmt ein wildes Ende,

    Und stirbt im höchsten Sieg, wie Feu'r und Pulver

    Im Kusse sich verzehrt. Die Süßigkeit

    Des Honigs widert durch ihr Übermaß,

    Und im Geschmack erstickt sie unsre Lust.

    Drum liebe mäßig; solche Lieb' ist stät:

    Zu hastig und zu träge kommt gleich spät. -William Shakespeare-

  • Ich finde es anstrengend.

    Das finde ich sehr nachvollziehbar.
    Ich frage mich, was genau diesen Unterschied ausmacht.

    So wilde Freude nimmt ein wildes Ende,

    Und stirbt im höchsten Sieg, wie Feu'r und Pulver

    Im Kusse sich verzehrt. Die Süßigkeit

    Des Honigs widert durch ihr Übermaß,

    Und im Geschmack erstickt sie unsre Lust.

    Drum liebe mäßig; solche Lieb' ist stät:

    Zu hastig und zu träge kommt gleich spät. -William Shakespeare-

  • Ich glaube, es ist anstrengend, immer das Gefühl zu haben, kämpfen zu müssen, um ein bisschen Zufriedenheit zu erlangen.


    Ich weiß auch nicht, ob es Menschen gibt, die dauerhaft zufrieden sind.


    Ich kenne jedenfalls niemanden, der dauerhaft zufrieden ist.


    Aber so eine gewisse Grundzufriedenheit wäre schon schön.

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